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Chile
Bevölkerung
 
Die Einwohnerzahl Chiles ist relativ gering, nur knapp 17 Millionen Einwohner zählte das Land im Jahre 2008. Die größten Städte- und Ballungszentren sind Santiage de Chile mit rund 6,4 Millionen Einwohner, Puente Alto mit knapp 500.000 und Vina de Mar mit rund 331.000 Einwohner. Rund 84% der Chilenen leben in den Städten.
 
Die Lebensbedingungen und Gesundheitsversorgung gelten im allgemeinen als gut, insbesondere in den Städten. Dies spiegelt sich auch durch eine relativ hohe durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren wieder. Auch der Bevölkerungsteil, der in relativer Armut lebt, ist im Vergleich zu einigen anderen Ländern Südamerikas relativ gering: so leben knapp 15% der Bevölkerung Chiles unterhalb der Armutgsgrenze.
 
Die Bevölkerung ist durch einen hohen Grad an Homogenität gekennzeichnet. Chilenen mit europäischen Vorfahren und Mestizen bilden rund 95,4 % der Gesamtbevölkerung. Der Rest von 4,6 % wird durch die indigene Bevölkerung gebildet. Hierzu gehören die Mapuche, Aymara und die Rapanui.
 
Mapuche

Die Mapuche sind ein indigenes Volk dessen Siedlungsgebiet sich auf die Staaten Chile und Argentinien erstreckt. Sie sind die einzige indigene Gruppe Amerikas, der es gelang, über lange Zeit ihre Unabhängigkeit zu bewahren und fremden Einflüssen zu widerstehen. Das Siedlungsgebiet der Mapuche erstreckte sich vom Río Choapa im mittleren Norden Chiles bis zur Insel Chiloé. (Etwa 1.600 Kilometer)
Dieses Volk verfügte bis zum Auftauchen der spanischen Invasoren über eine einzigartige, intelligente und fortschrittliche Gesellschaftsform, die kein klassisches Herrschaftsmodell kannte, keine fest gezogenen territorialen Grenzen oder Barrieren oder Expansionswünsche wie Spanier und Inkas.
Ordnung wurde durch soziale Bindungen wie Verwandtschaften oder Allianzen hergestellt, die frei eingegangen werden konnten. Wer nicht wollte, konnte sein eigenes Leben leben und wurde in Ruhe gelassen. Weiterhin bemerkenswert ist auch, dass die Mapuche über keine universellen Gottheiten verfügten wie die Maya und Azteken.
 
Aymara

Die indigene Gruppe der Aymara oder Aimara leben im Andenraum auf dem Altiplano in Bolivien (30-40%), im Süden Perus (5%) und im Norden Chiles (0,5%) Eine äußerst geringe Verbreitung findet sich außerdem in Ecuador. Der Großteil der Aymara Bevölkerung ist zweisprachig, d.h. Aymara und Castellano (Hochspanisch). Der bekannteste Aymara ist der derzeitige bolivianische Präsident Evo Morales.
 
Rapanui

Die Osterinsel liegt im Südostpazifik 3.526 km von der chilenischen Küste entfernt und gehört seit 1888 politisch zu Chile. Rapanui ist die vom Volk der Rapanui auf der Osterinsel (spanisch Isla de Pascua) benutzte polynesische Sprache. Etwa 200 bis 300 der Rapanui sprechenden Menschen leben auf dem chilenischen Festland, auf Tahiti und in den USA.
 
Bildung
 
Chile verfügt über ein recht gutes Bildungssystem. Schulpflicht besteht grundsätzlich für 12 Jahre gemäß einer Bildungsreform des Jahres 2002 auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Ricardo Lagos. Grundsätzlich unterstehen die Schulen dem Erziehungsministerium. Mit 4% Analphabetenrate belegt Chile in Südamerika einen der Spitzenplätze hinsichtlich Bildung und Alphabetisierung. Im Jahr 2006 hat Chile erstmals an der PISA-Studie der OECD teilgenommen.
Chile verfügt weiterhin über einige gute Universitäten. Die wichtigsten Universitäten sind in in Santiago de Chile, Valparaíso und Concepción zu finden.
Die Amtssprache ist Spanisch, wobei das in Chile gesprochene Spanisch stark regional gefärbt ist. Die Chilenen sprechen schnell und modulieren wenig, verschlucken Konsonanten (vor allem das ‚s') und benutzen unzählige Modismen. Zahlreiche in Chile verwendete Begriffe wurden aus den Sprachen der Einwanderer übernommen (z.B. closet oder kuchen).
Englisch ist nur wenig verbreitet, weil gute Sprachkenntnisse nur an Privatschulen vermittelt werden. Im Süden Chiles (IX. und X. Region) wird auch vereinzelt Deutsch gesprochen.
Die bekannteste indigene Sprache ist Mapudungun der Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile Aymara und auf der Osterinsel Rapanui verbreitet.
 
Etwa 77 Prozent der chilenischen Bevölkerung sind katholischen Glaubens. Weitere 13 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Protestantismus. Es gibt ferner eine kleine jüdische Glaubensgruppe, die Indigenas üben ihre traditionellen Religionen aus. Im Jahr 1925 erfolgte die offizielle Trennung von Kirche und Staat.
Die Verfassung garantiert die freie Ausübung der Religion. Die Rechtsstaatlichkeit auf allen Ebenen schützt dieses Recht in vollem Umfang gegen Missbrauch, sei es durch staatliche oder private Akteure. Es gibt in Chile keine Berichte über Diskriminierung wegen einer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung.
Lage
 
Zum Staatsgebiet gehören neben dem Festland mehrere Inseln im Pazifik und ein Teil der Antarktis. Im Westen und Süden grenzt das Land an den pazifischen Ozean, im Norden an Peru, im Nordosten an Boliven und im Osten an Argentinien. Die Fläche von Chile beträgt 756950 km². Das Land zieht sich mit einer Länge von 4230 km und einer durchschnittlichen Breite von nur 176 km an der Westküste Südamerikas entlang.
 
Entfernung: Santiago de Chile (Hauptstadt) - Frankfurt am Main: 12113 km.
 
Zeitdifferenz MEZ: - 4 Stunden
Zeitdifferenz MESZ: - 6 Stunden
 
Regionen
 
 Von Norden nach Süden verlaufen zwei Gebirgszüge durch Chile. Die Hauptkordillere im Osten von Chile erstreckt sich parallel zur bis zu 2.500 m hohen Küstenkordillere. Mächtige Vulkane wie der 6.880 m hohe Ojos del Salado oder der Llullaillaco mit 6.723 m liegen im breiteren Nordabschnitt von Chile. An den Hauptkamm der Anden schließt sich im Süden des Landes die stark vergletscherte Patagonische Kordillere an, die sich jenseits der Magellanstraße in der Feuerlandkordillere fortsetzt. Durch Querriegel wird das dazwischen liegende Längstal in mehrere Becken gegliedert. Die Atacama-Wüste liegt im Norden von Chile, im mittleren Landesteil erstreckt sich eine fruchtbare, flachwellige Landschaft mit vielen Seen und im Süden sinkt die Längssenke unter den Meeresspiegel. Zu Erdbeben kommt es in Chile durch die anhaltende Bewegung der Erdkruste. Auch viele Vulkane des Landes sind noch aktiv.
Wie die meisten südamerikanischen Länder verfügt auch Chile über einen großen Artenreichtum. Der Andenkondor ist fast in ganz Chile anzutreffen. Pinguine, Pelikane und Mähnenrobben siedeln bis in den eisigen Süden. In den Anden leben Vicuñas und das Nationaltier Chiles - der Huemul. In den Steppengebieten finden wir Guanakos aus der Familie der Kamele und im kargen Süden Feuerlands leben Magellan-Füchse, Nandus und Degus, kleine Strauchratten die ausschließlich in Chile heimisch sind. Diese rattenähnlichen Nagetiere leben in Erdhöhlen in Kolonien zusammen.
 
Wegen der gewaltigen Nord-Süd-Ausdehnung gibt es in Chile ebenfalls viele Klima- und Vegetationszonen. Im Bereich der Atacamawüste wächst wenig. Bewuchs gibt es nur in Küstennähe oder im Bereich der Anden. Hier wachsen verschiedene Zwergsträucher, Kakteenarten und Sukkulenten. Allerdings kommt es alle paar Jahre zu Regenfällen in der Wüste, sodass große Wüstenflächen für wenige Tage von Millionen von Blumen überzogen sind.
Weiter südlich ist die Landschaft durch Steppen und Grasland geprägt, an den Küstengebirgen und in den Anden findet man Nebelwälder mit Farnen. Im Gebiet des Río Elquí beginnen schließlich die chilenischen Weinbaugebiete.
In Südchile dominieren ausgedehnte Wälder, die dem gemäßigten Regenwald zugeordnet werden, das Bild. Kiefern, Zypressen, Lärchen, Pappeln und die antarktische Scheinbuche sind hier zu finden. Im äußersten Süden, Patagonien, gibt es nur noch Steppe und Tundra; die Regionen Magallanes und Aisén sind praktisch vegetationslos.
Amtlicher Staatsname: República de Chile
Hauptstadt / Regierungssitz: Santiago de Chile
Nationalfeiertag: 18. September (Unabhängigkeitstag)
 
Staatsform
 
Chile ist eine Präsidialrepublik. Der Präsident, nach US-amerikanischem Vorbild zugleich Regierungschef, wird alle 6 Jahre vom Volk gewählt. Er bestimmt die Richtlinien der Politik, ernennt und entlässt Mitglieder des Kabinetts, die Intendenten der Regionen und Gouverneure der Provinzen sowie Inhaber weiterer wichtiger Staats- und Verwaltungsämter (u.a. auch alle Botschafter).
Die Legislative besteht aus 2 Kammern. Das Parlament besteht aus 120 durch Wahl ermittelten Abgeordneten, der Senat umfasst 46 Mitglieder.
 
Administrative Gliederung
 
Politisch ist Chile in 12 Regionen sowie eine Hauptstadtregion aufgeteilt. Diese haben keinen Namen, sondern sind mit den römischen Ziffern I. bis XII. durchnumeriert (von Norden nach Süden). Eine Ausnahme bildet die die Region Metropolitana mit Santiago als Hauptstadt. Die einzelnen Regionen sind in 51 Provinzen aufgeteilt und spielen in der Politik keine Rolle, da Chile als ausgeprägter Zentralstaat gilt.
 
Internationale Politik
 
Chile ist Mitglied der Vereinten Nationen mit allen Unterorganisationen (Santiago: Sitz der CEPAL/ECLAC – UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik), Weltbank, IWF, OAS (Organisation der Amerikanischen Staaten), UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), ALADI (Lateinamerik. Integrationsgemeinschaft), SELA (lateinamerik. Wirtschaftssystem), APEC (asiatisch-pazifische Wirtschaftskooperation), Andengemeinschaft, MERCOSUR (assoziiert), OECD (Organisation für wirtschaftl. Zusammenarbeit und Entwicklung): Beobachter bei zwei Ausschüssen, Antrag auf OECD-Mitgliedschaft, IRENA (Internationale Agentur für Erneuerbare Energien)
Wirtschaft und Entwicklung
 
Die Wirtschaft Chiles dominiert seit dem frühen 20. Jahrhundert der Abbau von Kupfer; das Land ist der größte Kupferproduzent der Welt. Das Metall bildet daher eine wichtige Grundlage für die chilenische Wirtschaft und macht einen Großteil des Exportvolumens aus. Seit den vierziger Jahren haben sich aber auch andere Bereiche des industriellen Sektors durch verschiedene Regierungsmaßnahmen stark und vielseitig entwickelt. Heute gehört Chile zu den führenden Industrienationen Lateinamerikas sowie zu den größten Rohstoffproduzenten. Die Landwirtschaft hat insgesamt einen vergleichsweise geringen Anteil an der gesamten Wirtschaft von nur etwa 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, gegenüber der Industrie mit 47,7 Prozent und dem Dienstleistungsgewerbe mit 48,2 Prozent (2006). Das Bruttoinlandsprodukt beträgt insgesamt 145 843 Millionen US-Dollar (2006). Mittlerweile zählen die Wachstumsraten der chilenischen Wirtschaft mit zu den höchsten in ganz Südamerika.
 
Import & Export
 
Erzeugnisse aus dem Bergbau machen etwa die Hälfte des gesamten Exportvolumens aus. Hier stehen vor allem Kupfer und Eisen an der Spitze. Weitere wichtige Ausfuhrgüter sind Zellstoff, Papierprodukte, chemische Erzeugnisse und Industriewaren. Darüber hinaus gehen auch Erzeugnisse der Nahrungsmittelindustrie und Agrarprodukte in den Export. Zu den wesentlichen Importgütern zählen Maschinen und Kraftfahrzeuge, Lebensmittel, elektronische Anlagen, Mineralprodukte und chemische Erzeugnisse. Wichtige Handelspartner Chiles sind die USA, Japan, Brasilien, Deutschland, Argentinien und Großbritannien. Die Tourismus-Branche gewinnt weiter an Bedeutung. Die Zielgruppen reichen von Rucksacktouristen bis zu Kreuzfahrtreisenden.
Vor allem in der Hauptstadt Santiago de Chile gibt es viele, interessante Freizeitangebote. Nach Ende der Pinochet-Diktatur ist die Kulturszene Chiles wieder erwacht und einige Theater bieten wieder kreative und interessante Inszenierungen an - übrigens nicht nur in Santiago. Am Teatro Municipal gibt es eine Opernsaison.
 
Ausgeprägter ist die Musikszene, insbesondere in Santiago. Viele kleine Clubs und Kneipen bieten ein spannendes Liveprogramm an. Auch in Parks und Plätzen finden immer wieder gute Veranstaltungen statt.
 
Viel zu bieten hat Chile vor allem für Freizeitsportler. Für Wassersportler bietet sich natürlich an der immens langen Küste viele Möglichkeiten zum Surfen oder Schwimmen, aber auch Segeln. Wen es in die Berge zieht, findet in Chile herrliche Wander- und Trekkinggebiete, sowie Reviere für Bergsteiger. Auch Skifahren erfreut sich großer Beliebtheit in Chile.
Die chilenische Küche bietet eine große Auswahl an Fischgerichten und Meeresfrüchten. Zudem findet sich auf der Speisekarte Rind- und Hammelfleisch, Früchte, Gemüse und Getreide. Die berühmten einheimischen Weine gehören zu den besten der Welt.
 
Obwohl das Land mit seiner 4.300 km langen Küste prädestiniert ist für den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten, essen die Chilenen diese eher selten. Dennoch gehören die frischen Gaben des Pazifiks auf jede Speisekarte.
Auf den Tisch kommt in Chile vor allem deftige Hausmannskost: Viel Fleisch, vor allem von Rind und Huhn, Reis und Kartoffeln, dazu leckeres Obst und Gemüse von den fruchtbaren Feldern der Zentralzone.
 
Die Kaffeekultur in Chile hat sich in den letzten Jahren verbessert, aber immer noch servieren viele einfache Restaurants und Bars nur Nescafé. In den besseren Cafés sollte man daher nach der Espressomaschine Ausschau halten und café café oder café espress bestellen.
 
Die Liste echter chilenischer Gerichte:
pastel de choclo: Maisauflauf mit Fleischfüllung
empanadas: Teigtaschen, mit Fleisch, Käse oder Muscheln gefüllt
cazuela: deftiger Eintopf mit Rind oder Huhn, Mais, Reis und Kartoffeln
asado: Grillfleisch von Rind, Schwein oder Huhn
reineta, congrio, corvina: die beliebtesten Speisefische
locos: eine seltene Molluskenart
jaiva: Krabbe, Seekrebs
centolla: Seespinne mit zartem rosa-weißem Fleisch
 
Chile ist für seinen ausgezeichneten Wein bekannt. Der süße braune chicha und aguardiente, ein Branntwein, werden ebenfalls aus Trauben hergestellt. Bier ist im ganzen Land erhältlich.
 
Wie in allen südamerikanischen Ländern hat die (streng) vegetarische Ernährung keinen großen Stellenwert und findet kaum Beachtung. In den größeren Städten gibt es jedoch vereinzelt Restaurants welche vegetarische Gerichte anbieten. Die Supermärkte bieten selbstverständlich eine große Auswahl an Obst und Gemüse an und somit die Möglichkeit sich auch auf Reisen mit Grünzeug einzudecken.
Die ersten Spuren von Menschen werden auf 12.000 v. Chr. datiert. Sie bewohnten die fruchtbaren Andentäler und die Oasen im Hochland der Atacamawüste. Etwa von 8.000 bis 2.000 v. Chr. existierte im Valle de Arica die Chinchorro-Kultur, die als erste weltweit ihre Toten mumifizierte. Etwa 2.000 v. Chr. kamen im Norden Landwirtschaft und Viehzucht auf.
Um 600 nach Chr. wurde die heute zu Chile gehörige Rapa Nui (Osterinsel) von polynesischen Völkern besiedelt, die nach 400 Jahren ihre Blütezeit erlebten und die berühmten Moai – riesige Steinskulpturen - errichteten. Diese Kultur zerfiel aus noch nicht ganz geklärten Gründen im Laufe des 17. Jahrhunderts.
Zahlreiche weitere Ethnien lebten vor der Ankunft der Spanier auf dem heutigen Gebiet von Chile: Changos, Atacameños und Aymaras bevölkerten den Norden Chiles. Weiter südlich bis zum Fluss Río Aconcagua lebten die Diaguitas. Diese vier Ethnien waren Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker, die untereinander Handel trieben. Sie lebten in Stammes- und Familienverbänden.
In süd-östlicher Richtung des Reloncaví-Fjords wurde die Kordillere von den Chiquillanes und Poyas bewohnt, die Jäger und Sammler waren. Im äußersten Süden des Landes bis zur Magellanstraße lebten die Chonos und die Alakaluf, auf Feuerland die Alakaluf, Yámana, Selk'nam und Haush.
 
Als Túpac Yupanqui 1471 als 10. Inka die Herrschaft übernahm, drangen seine Armeen weit in Chile ein. In seiner Regierungszeit bis 1493 eroberten die Inka die Gebiete bis zum Río Maule südlich von Curicó. Hier trafen sie auf massiven Widerstand der Mapuche, sodass ein Vordringen weiter in den Süden unmöglich war. Die nördlichen Ureinwohner wurden fast alle von den Inka beherrscht, so wurde etwa der Stamm der Picunche bereits früh von den Inka zu Frondiensten herangezogen. Die Inka bauten in der Nähe von San Pedro de Atacama die Festung Pukará de Quitor, die auf einer früheren Befestigungsanlage der Atacameños aufbaute. Hier kam es 1540 zu Kämpfen mit den eindringenden Spaniern.
 
Während der spanischen Kolonialzeit war Chile Teil des riesigen spanischen Vizekönigreiches Peru. 1609 wurde die Real Audiencia de Chile eingeführt, die eine weitgehend autonome Rechtsprechung innerhalb des Landes ermöglichte, z.B. wenn es um Wasserrechte ging. 1778 änderten die Spanier den Status der chilenischen Provinzen: Chile wurde zum eigenständigen Generalkapitanat innerhalb des spanischen Königreiches. Bereits ab 1749 begann man eigene Gold- und Silbermünzen zu prägen.
 
Der Drang nach Unabhängigkeit kam im Jahre 1808 auf, als Spanien von Napoleons Bruder Joseph regiert wurde. 1814, nach dem Spanischen Unabhängigkeitskrieg, übernahm Spanien wieder die uneingeschränkte Macht in Chile. Die Spanier wurden aber in der Schlacht von Chacabuco durch ein chilenisch-argentinisches Heer unter General José de San Martín geschlagen. In der Schlacht von Maipú 1818 brach der spanische Widerstand endgültig zusammen. San Martín verzichtete zugunsten von Bernardo O’Higgins auf das Präsidentenamt und so wurde O’Higgins das erste Staatsoberhaupt Chiles.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zur vermehrten Gründung von Arbeiterbewegungen, was zu einer politischen Trendwende führte: die Geburt der kommunistisch-sozialistischen Idee und die zunehmende Bedeutung der Parteien. In der Politik wechseltenn sich Radikale und Konservative ab. Im Zweiten Weltkrieg verbündete sich Chile dann, nachdem es sich zuvor neutral gehalten hatte, mit den USA. Der Sieg der Revolution in Kuba (1959) und ihr Einfluss auf ganz Südamerika beunruhigten die USA. Der staatliche Einfluss nahm auch in Chile zu und die USA fürchteten den Verlust der Kupferminen, die mittlerweile größtenteils in US-amerikanischer Hand waren. 1964 unterstützten die USA bei den Präsidentschaftswahlen den Christdemokraten Eduardo Frei gegen den Kandidaten des Linksbündnisses Salvador Allende. Frei gewinnt. Durch seine "Chilenización" (Teilenteignung der Latifundien und Teilnationalisierung der Minen) wurde er bereits als Wegbereitung der Kommunisten gesehen.
 
Die Unidad Popular (Bündnis aus Kommunistischer und Sozialistischer Partei, kleineren marxistische Parteien) gewann erstmals die Wahlen 1970 mit einer relativen Mehrheit. Salvador Allende wird Präsident. Eine Landreform mit Enteignungen setzte ein, die Kupferminen wurden 1970 verstaatlicht, ausländische Investoren (ohne Schadensersatz) aus dem Land gedrängt. Diese Maßnahmen blieben nicht ohne Folgen. Devisen wurden erschöpft, Investitionen blieben aus. Allende ließ Banknoten drucken, worauf die Inflation ins Unermessliche stieg. Die USA arbeiteten im Untergrund (CIA) mit an der Destabilisierung der Regierung Allendes. Am 11. September 1973 putscht das Militär und der Oberbefehlshaber General Augusto Pinochet Ugarte übernimmt die Macht im Land. Allende begeht Selbstmord. Auf der einen Seite begann eine Zeit des Terrors (die radikale Verfolgung aller Regimegegner) und der Menschenrechtsverletzungen, auf der anderen Seite erlebte Chile unter Pinochet eine wirtschafliche Blütezeit. Pinochet erarbeitete mit Hilfe der „Chicago Boys“ (neoliberale Wirtschaftswissenschaftler) ein Liberalisierungs- und Privatisierungsprogramm.
 
Die politischen Ereignisse in dieser Zeit reißen einen tiefen Graben in die chilenische Gesellschaft und bilden zwei Lager heraus: derer, die sich zu Allende bekennen und derer, die Pinochet bewundern.
 
Chile heute
 
1990 löst Patricio Aylwin Pinochet im Amt ab. Er bemühte sich um die Annährung der verfeindeten Lager und um die Aufklärung, der unter Pinochet begangenen Menschenrechtsverletzungen. Aylwin wird 1994 von Eduardo Frei Ruiz-Tagle, ebenfalls Christdemokrat, abgelöst. 2000 ist erstmals wieder ein Sozialist im Amt; Ricardo Lagos setzt sich mit sehr knapper Mehrheit gegen den Konservativen Joaquín Lavín durch. Seine erklärten Ziele sind die Senkung der Armut und die Bekämpfung der Kriminalität. Ähnliche Ziele hat auch die im März 2006 ihr Amt als erste Präsidentin Südamerikas antretende Sozialistin Michelle Bachelet. Die Links-Politikerin und ehemalige Kinderärztin stellt soziale Themen (Bildung und soziale Gerechtigkeit, eine gerechte Einkommensverteilung) in den Vordergrund ihrer Politik und möchte zudem die weibliche Präsenz in der Politik stärken.
Die Cueca ist der Nationaltanz Chiles. Über den Ursprung der Cueca weiß man nichts Genaues. Eine Version der Entstehungsgeschichte besagt, dass die Musik in Peru aus spanischen Tänzen und afrikanischen Einflüssen entstanden sei und anschließend den Weg nach Chile gefunden habe. Von Chile aus hat sich die Cueca wiederum nach Argentinien, Peru, Bolivien und bis nach Mexiko verbreitet. In Chile tanzt man die Cueca häufig bei Nationalfeierlichkeiten. Der Mann umkreist im Rhythmus tanzend und hüpfend die Frau, die sich ihm langsam nähert. Beide lassen mit der einen Hand ein Taschentuch in der Luft kreisen. Der Tanz repräsentiert das Werben eines Hahnes um die Henne. Die Musik hat einen speziellen Rhythmus und wird mit Flöten, Trommeln und Gitarren gespielt und von Gesang begleitet. Selbstverständlich bietet Chile eine große Bandbreite unterschiedlichster Musikstile, Gruppen von Rock, Pop bis HeavyMetal. Die Gruppen Illapu, Inti Illimani und Quilapayún machten die Musik der „Nueva Canción Chilena“ weltbekannt
1. Jan.         Neujahr
10. April      Karfreitag
1. Mai                 Tag der Arbeit
21. Mai        Tag der Marine (Seeschlacht von Iquique)
11. Juni       Fronleichnam. (beweglicher Feiertag)
29. Juni       Sankt Peter und Paul
15. Aug.      Mariä Himmelfahrt
11. Sept.     Tag der Nationalen Einheit
18. Sept.     Unabhängigkeitstag
19. Sept.     Tag der Streitkräfte
12. Okt.       Columbus-Tag (Tag der Entdeckung Amerikas)
1. Nov.        Allerheiligen
8. Dez.        Mariä Empfängnis
25. Dez.      Weihnachten
 
Ostermontag, Pfingstmontag und der 2. Weihnachtsfeiertag (26.Dezember) sind in Chile keine Feiertage. Feiertage können verlegt werden z.B. von der Wochenmitte auf einen Montag oder Freitag oder vom Wochenende auf einen anderen Tag.