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Venezuela
Bevölkerung

In Venezuela leben rund 29,3 Millionen Menschen (Stand März 2013), die ursprünglich von verschiedenen Ethnien abstammen. Neben indianischen Ureinwohnern und spanischen Einwanderern bilden auch afrikanische Sklaven einen Ursprung der heute so vielseitigen, heterogenen Bevölkerung. Später kam es durch erneute Einwanderungswellen, vor allem aus Spanien, Italien und Portugal, sowie südamerikanischen Ländern, zu weiteren Vermischungen. Heute zählen ca. 75 – 80 % der Venezolaner zu den Mestizen (Mischlinge zwischen Weißen und Indianern) und 15 – 20 % haben einen europäischen Ursprung. Wie in vielen südamerikanischen Ländern lebt die Bevölkerung in städtischen Gebieten.
Obwohl Venezuela über große Mengen an Erdöl verfügt, leben rund 9,4 Millionen Einwohner in Armut (Stand Juni 2011).

Bildung

In Venezuela gilt die Schulpflicht für alle Kinder von 7 bis 14 Jahren, wobei das Schulsystem kostenlos ist. Neben rund 20.000 Grundschulen und über 2.000 weiterführenden und technischen Schulen, gibt es auch mehr als 30 Universitäten. Das Hochschulsystem besteht aus staatlichen und privaten Hochschulen. Zudem existieren seit einigen Jahren „bolivarische“ Universitäten, die den Einwohnern aus ärmeren Schichten den Hochschulzugang ermöglichen sollen.
Zu den genannten Bildungseinrichtungen kommen Sozialprogramme (Misiones), welche vom Staat initiiert wurden. Sie sollen unter anderem der Alphabetisierung der erwachsenen Bevölkerung dienen. Zudem soll es Venezolanern ohne schulische Ausbildung ermöglicht werden, eine angemessene Grundschulbildung zu erhalten. Durch Stipendien können alle Teilnehmer kostenlos an dem Programm teilnehmen.

Venezuela ist mit Bolivien, Paraguay, Ecuador, Guyana und Surinam eines der südamerikanischen Länder, die an der PISA-Studie nicht teilnehmen.
Neben Spanisch werden in Venezuela die indigenen Sprachen als Amtssprache respektiert. Die größten vertretenen Sprachgruppen in der indigenen Bevölkerung sind Arahuac, Kariben, Chibcha und Tuoi-Guarani. Die bekanntesten indigenen Sprachen sind Wayúu, Pemón und die interessante Sprache Warao, die weltweit von nur 30.000 Warao-Indianern gesprochen wird. Pemón stammt ursprünglich aus der Karibik.
Der Katholizismus ist mit ca. 96 % die am häufigsten vertretene Religion, gefolgt vom protestantischen Glauben mit lediglich 2 %, aber steigenden Mitgliederzahlen. Unter der restlichen Bevölkerung gibt es Zeugen Jehovas, Muslime, Juden und einige Anhänger indigener Religionen.
Zusätzlich zu den genannten Religionen existieren verschiedene, kleine religiöse Kulte in Venezuela, wie beispielsweise der María-Lionza-Kult, welcher aus einer Mischung des katholischen Glaubens mit dem Schamanismus und dem Voodoo besteht.
Lage

Venezuela liegt im Norden Südamerikas und grenzt an Guyana im Osten, Brasilien im Süden, Kolumbien im Westen und das karibische Meer im Norden. Mit einer Fläche von 916.445 km² und 29,3 Millionen Einwohnern ist es das sechstgrößte Land Südamerikas.

Fläche: 916.445 km²
Bevölkerungsdichte: ca. 30 Ew. pro km²
Entfernung: Caracas (Hauptstadt) - Frankfurt am Main: 8096,65 Km.
Zeitdifferenz MEZ: - 5 Stunden
Zeitdifferenz MESZ: - 6,30 Stunden

Regionen

Venezuela gehört zu den 17 vielfältigsten Ländern unseres Planeten. Insgesamt lässt sich das Land in 4 verschiedene Regionen unterteilen, welche wiederum in 9 unterschiedliche geografische Zonen eingeteilt werden können.
In den Anden, die in Venezuela auslaufen, befinden sich die höchsten Berge des Landes – der Pico Bolívar mit 5.007 m und der Pico Concha mit 4.700 m. Auch die touristisch interessante Stadt Mérida liegt in dieser Region.
Die Gegend rund um den Maracaibosee im Nordwesten des Landes lädt zum Entspannen ein. Mehrere Flüsse münden in den größten See Südamerikas, wobei es an der Mündung des Catatumbo immer wieder zu einzigartigem Wetterleuchten kommt.
Neben der zentralen Gebirgskette, die in etwa 3 % der Fläche Venezuelas einnimmt, gibt es auch die östlichen Kordillere. Die Hauptstadt Caracas befindet sich in den Tälern der Zentralen Gebirgskette. Gleichzeitig finden Sie dort den Henri-Pittier-Nationalpark.
Venezuela besticht zudem durch 311 Karibik-Inseln. Am bekanntesten unter Touristen ist die Isla Margarita, ein beliebtes Ziel für Wassersportler. Auch ein Besuch der Isla de Tortuga und der beiden Nationalparks Laguna de La Restinga und Cerro Copey lohnt sich.
Einer der wichtigsten Flüsse Venezuelas und einer der größten Flüsse weltweit ist der Orinoco. Mit seiner Hilfe entstand ein großes Delta im Osten des Landes. Die gesamte Delta-Region umfasst eine Fläche von 32.000 km².
Rund 45 % der Fläche Venezuelas macht die Guayana-Region aus. In der etwa 1,7 Milliarden Jahre alten Bergformation finden Sie auch den höchsten Wasserfall der Welt, den Salto Ángel.
Im Zentrum Venezuelas liegen die Llanos, die Tiefebenen der Region, durch die einer der wichtigsten Flüsse des Landes fließt – der Orinoco. Verschiedenste Pflanzen und exotische Tiere leben in diesem Abschnitt.
Die letzte geographische Region liegt im Nordwesten Venezuelas. In der Coro-Region befindet sich unter anderem die Sierra von San Luis mit einer beeindruckenden Dünenlandschaft. Nur wenige Wüsten der Welt sind mit dieser vergleichbar. 40 Meter hohe Dünen, leichte Vegetation, Reptilien, Vögel und andere Tierarten lassen sich in dem Nationalpark bewundern.
Die Geschichte Venezuelas sorgt dafür, dass es heute eines der artenreichsten Länder der Welt ist. Über 1300 verschiedene Vogelarten sind in dem südamerikanischen Land beheimatet. Besonders interessant sind der Chenchera, der Reptilienmerkmale aufweist und der Corococo, der durch seine feuerrote Farbe auffällt. Neben dem Kolobri, dem kleinsten Vogel der Erde, lebt auch einer der größten Vögel der Welt in Venezuela – der Kondor. Des Weiteren kann man Papageien, Flamingos, Pelikane und Tukane bewundern.

Das Land verfügt nicht nur über eine enorme Vielfalt an Schmetterlings-, Fledermaus- und Spinnenarten, sondern auch über tausende verschiedener Arten von Fischen. In den Seen und Lagunen finden sich Raubfische wie Piranhas, aber auch Kaimane, Delfine, Seekühe und riesige Anakonda-Wasserschlangen.
Momentan gibt es mehr als 280 verschiedene Säugetierarten in Venezuela. Dazu gehören Pumas, Jaguare, Affen, Ameisenbären, Faultiere, Wasserschweine und viele weitere Arten. Mit dem Chiguire bewohnt auch das größte Nagetier unseres Planeten die Region.

Auch die Flora in dem Land ist sehr ausgeprägt. In artenreichen Urwäldern, feuchten Tropenwäldern und hochgelegenen Berg- und Nebelwäldern, sowie Trockenwäldern am Rande der Llanos, können sich über 13.000 verschiedene Pflanzenarten, davon 3.000 Blütenpflanzen, entwickeln. Allein in Venezuela gibt es 1.500 unterschiedliche Orchideenarten. Die Steppenlandschaften und Wüsten beherbergen zahlreiche Kakteenarten.
Amtlicher Staatsname: Bolivarische Republik Venezuela
Hauptstadt / Regierungssitz: Caracas
Nationalfeiertag: 5. Juli (1811); Tag der Unabhängigkeit
Unabhängigkeit: 5. Juli 1811

Staatsform

Venezuela ist eine Präsidialdemokratie.
Der Präsident Venezuelas wird in direkter Wahl für 6 Jahre gewählt. Bei ihm und seiner Regierung liegt die ausführende Gewalt. Ein venezolanischer Präsident kann seit 2009 unbeschränkt wiedergewählt werden. Nach 3 Jahren Amtszeit besteht die Möglichkeit, ihn per Referendum abzuberufen. Vizepräsident und Minister werden vom Präsidenten ernannt und entlassen.
Das venezolanische Parlament hat seinen Sitz im Palacio Federal Legislativo und besteht aus einem Einkammersystem. Die Wahl von insgesamt 165 Abgeordneten gilt für eine Legislaturperiode von 5 Jahren. Ab 18 Jahren besteht Wahlpflicht für alle Venezolaner. Von der Nationalversammlung geht die gesetzgebende Gewalt aus.
Die Besonderheit an der Regierungsform Venezuelas ist das Bestehen von „Volksgewalt“ und „Wahlgewalt“ neben den Staatsgewalten Legislative, Judikative und Exekutive. Ziel der aus 3 Gremien bestehenden Volksgewalt ist es, die öffentliche Verwaltung unter ethischen und moralischen Aspekten zu überwachen, um vor allem Machtmissbrauch und Korruption zu bekämpfen. Alle politischen Wahlen in Venezuela werden mit Hilfe der Wahlgewalt durchgeführt.

Administrative Gliederung

Venezuela besteht aus 23 Verwaltungsregionen (Amazonas, Anzoategui, Apure, Aragua, Barinas, Bolivar, Carabobo, Cojedes, Delta Amacuro, Falcon, Guarico, Lara, Merida, Miranda, Monagas, Nueva Esparta, Portuguesa, Sucre, Tachira, Trujillo, Vargas, Yaracuy und Zulia), sowie einem Hauptstadtdistrikt und einem dependencia federal, ein bundesunmittelbares Gebiet.
Die Einzelstaaten sind seit 1999 nicht mehr an der Gesetzgebung beteiligt und verfügen lediglich über einen geringen finanziellen Spielraum.

Internationale Politik

Die Bolivarische Republik Venezuela ist Mitglied in folgenden internationalen Organisationen:
UNO mit Unterorganisationen
OAS (Organisation Amerikanischer Staaten)
OPEC (Organisation erdölexportierender Länder)
SELA (Lateinamerikanisches Wirtschaftssystem)
G77 (Hauptziel der G77 ist es, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern.)
G15
Amazonaspakt
UNASUR (Südamerikanische Union)
Gemeinschaft Karibischer Staaten
Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas)
ALBA (Bolivarische Allianz für Amerika)
CELAC (Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten)
Wirtschaft und Entwicklung

Venezuela verfügt über große Ölreserven. Die anhaltend hohen Ölpreise verhalfen dem Land im Jahr 2012 zu einem Wachstum des BIP um 5,5 %. Der Versuch, die Wirtschaft Venezuelas unabhängiger von der Ölbranche zu gestalten, war bislang nicht erfolgreich.
Dennoch kommt es weiterhin zur Inflation, allein im Jahr 2012 stiegen die Preise um ca. 20 %. Die aktuelle Situation belastet den festen Wechselkurs, wodurch der Bolivar Fuerte derzeit als überbewertet gilt. Vergleichsweise gering fällt die Zahl der Arbeitslosigkeit mit rund 8 % aus.

Import & Export

Die Hauptausfuhrprodukte Venezuelas sind neben Petroleum auch Bauxit, Aluminium, Stahl, Chemikalien, Textilien und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Hauptabnehmer für Produkte aus Venezuela sind die USA. Bei der Ausfuhr von Eisenerz ist Venezuela dank ergiebiger Quellen am Orinoco auf dem 8. Platz in der Welt. Weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist die Tourismusbranche.

Importiert werden vor allem Nahrungsmittel, Maschinen, elektrische Ausrüstungen, chemische Erzeugnisse und Medizin. Auch hier wird mit den USA gehandelt, sowie mit Kolumbien, Mexiko, Brasilien und China.
Venezuela bietet viele verschiedene Freizeitaktivitäten, wobei jeder etwas Passendes für sich findet. Auf den Karibikinseln und den zahlreichen Flüssen im Land herrscht ein großes Angebot an Wassersportarten, über Schnorcheln, Tauchen, Fischen und Rafting bis zum Kite- und Windsurfen.
Selbstverständlich können Sie auch lange Wanderungen unternehmen oder Trekking-Touren durch die abwechslungsreiche Landschaft Venezuelas. Vor allem die Nationalparks bieten sich dafür an, da es angelegte Wanderwege in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen gibt. In einige Gegenden kann man hervorragend Mountainbiking-Touren unternehmen, wie beispielsweise die Umgebung von Mérida.
Wenn Sie den Nervenkitzel mögen können Sie einen Paragliding-Kurs belegen oder bei einem Tandem-Sprung die Aussicht genießen.
Caracas verfügt über 600 Restaurants und 2.000 Kneipen und Imbisslokale. Kulinarische Köstlichkeiten können Sie aber nicht nur in der Hauptstadt probieren, auch in den anderen Regionen gibt es geschmackliche Highlights zu entdecken. Jede Region hat ihre eigene Spezialität. Auf der Isla Margarita beispielsweise werden vor allem Fisch und Meeresfrüchte angeboten. Auch Tomaten und aji dulce, eine kleine Paprikaart, stehen oftmals auf der Speisekarte. In den Anden wird die Forelle oftmals mit Knoblauch und Olivenöl mariniert.
Die venezolanische Küche ist traditionell, aber gleichzeitig durch europäische Einflüsse geprägt.
Pabellón criollo“ ist in Fasern zerpflücktes Rindfleisch mit schwarzen Bohnen, Reis und Kochbananen. Das Gericht ist sehr beliebt unter Venezolanern und gilt als Nationalgericht. Auch Arepas werden fast täglich und zu jeder Tageszeit gegessen. Die Maisfladen werden je nach Region unterschiedlich zubereitet und mit Hühnchen, Schinken, Rührei, Thunfisch, Zwiebeln etc. befüllt. Weitere beliebte Gerichte sind die gefüllten und frittierten Teigtaschen Empanadas und Cachapa, ein dicker Pfannkuchen aus Maismehl. Als Nachtisch verspeisen viele Einwohner Venezuelas Quesillo, der an den spanischen Flan erinnert.
Zudem wird in Venezuela viel frisches Obst, vor allem tropische Früchte, gegessen.
Die Kultur der Venezolaner setzt sich aus 3 verschiedenen Wurzeln zusammen. Zunächst lebten indigene Indianervölker, wie die Meregotos, Caracas, Palenques, Cumanagotos, Chaimas, Parias, Waikerí, Waraos, Arawakos in dem südamerikanischen Land. Im 16. Jahrhundert kam es zur spanischen Kolonisation, wodurch es zu einem starken europäischen Einfluss kam. Im Laufe der folgenden Zeit wurden Sklaven aus Afrika nach Venezuela verschleppt, die wiederum die Kultur beeinflussten. Heute sind die Kulturen sehr vermischt und nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung ist rein schwarz, weiß oder indianisch.
Von der ursprünglichen Kultur der Indianer wurden vor allem einige Worte, primär in Bezug auf gastronomische Gerichte und Ortsnamen, übernommen. Auch der Einfluss aus Afrika blieb verhältnismäßig gering. Die Afrikaner brachten ihre Musik und Instrumente mit nach Südamerika. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit die Musik als herausragende Eigenschaft der venezolanischen Kultur. Aus den verschiedenen Einflüssen entwickelten sich eigene Musikstile, die auch außerhalb Venezuelas bekannt sind.
Durch die Unterdrückung der anderen Kulturen während der Kolonisation bildet die spanische Kultur den größten Anteil an der aktuellen, venezolanischen Kultur. Die Kolonisatoren verbreiteten ihren katholischen Glauben und bebauten das Land. Bekannt ist die Architektur Venezuelas jedoch nicht, da sie nicht mit der Bauweise anderer südamerikanischer Länder zu vergleichen ist. Die venezolanische Literatur ist ebenfalls stark vom europäischen Schreibstil und Gedankengut geprägt.
Ursprünglich wurde Venezuela ausschließlich von indigenen Indianern besiedelt. 1498 betrat Christoph Kolumbus mit seiner Mannschaft zum ersten Mal das amerikanische Festland an der Mündung des Orinoco. Daraufhin folgten Expeditionen und die ersten Versuche der Glaubensverbreitung. Zudem wurden die ersten Ureinwohner versklavt, um nach Perlen zu tauchen, die in hoher Anzahl vorhanden und in Europa beliebt waren.
1521 kam es zum ersten Mal zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Europäern, doch schon ein Jahr darauf wurde die erste feste spanische Siedlung gegründet. Auch einvernehmliche Zusammenschlüsse beider Völker kamen gelegentlich vor, wenn es zu Einigungen kam. So kam es zum Beispiel zur Gründung der Stadt Coro.
1555 begann die Kolonisation, wobei es immer wieder zu Aufständen und Problemen kam. Caracas wurde im Jahre 1567 gegründet und von einem spanischen Gouverneur verwaltet.
1670 kam es zu einer erneuten Einwanderungswelle, bedingt durch die Unabhängigkeit Portugals. Rund 25 Jahre später, mit der Aufklärung, fanden Sklavenaufstände statt. Im April 1810 gelang es einer Formierung von Venezolanern, den Generalkapitän abzusetzen, was ein entscheidender Schritt in Richtung Unabhängigkeit war. Am 5 Juli 1881 wurde offiziell die Unabhängigkeit ausgerufen, wodurch Venezuela zu einer selbstbestimmten Republik wird.
Zahlreiche Bürgerkriege, Revolutionen, Aufstände und der Föderalkrieg der Liberalen gegen die Konservativen folgten. Erst 1854 setzte sich die endgültige Abschaffung der Sklaverei durch. Zehn Jahre später wurde Venezuela zu einem Bundesstaat umgestaltet. Dennoch kommt es 1908 zur Diktatur unter Juan Vicente Gómez, bis er 1935 stirbt. Der erste venezolanische Präsident, der von allen Männern und Frauen über 18 Jahren gewählt wurde, trat 1947 ins Amt.
Danach kam es zu einem rasanten Anstieg der Ölförderung, wodurch Venezuela zum größten Exporteur von Öl wurde. Zudem folgten nach Ende des Zweiten Weltkrieges starke Einwanderungswellen aus Europa, vor allem aus Spanien, Italien und Portugal. Die Regierungen investierten in Bildung und stärkten die Wirtschaft, dennoch gab und gibt es weiterhin viele finanzielle Probleme.
Indianische, afrikanische und europäische Einflüsse bestimmen die Musikstile Venezuelas. Während im Landesinnern vor allem indigene Musik, unterstützt durch spirituellen Gesang und Schilfflöten, zu bewundern ist, dominieren afrikanische Klänge in den Küstenregionen. Die versklavten Afrikaner brachten damals ihre Instrumente und Trommelmusik mit in das Land. In der Musik der Anden erkennt man den europäischen Einfluss.
Aus den unterschiedlichen Musikeinflüssen entwickelten sich unter anderem neue Stile von Merengue und Calypso, die auch außerhalb Venezuelas sehr beliebt sind. Besonders verbreitet unter den Venezolanern ist die Llanera, die durch das Zusammenspiel einer viersaitigen Gitarre mit einer Harfe, einer Bandola und Rasseln entsteht.
Auf Festen wird üblicherweise der Joropo getanzt, der auf afrikanischen Rhythmen, spanischem Barock und indigenen Klängen basiert. Es gibt viele verschiedene Interpretationen des Tanzes, wodurch er in den unterschiedlichen Regionen zum Teil stark variiert.
Jedes Jahr im Dezember wird vor allem im Westen des Landes ein Fest zu Ehren des San Benitos gefeiert. Zu dieser Feier vermischten sich religiöse Tänze afrikanischen Ursprungs mit dem katholischen Glauben, der aus Europa eingeführt wurde. Eine neue Art von Musik und Tanz entwickelte sich und dient noch heute während der Feierlichkeiten.
Januar
Año Nuevo (Neujahr), ganz Venezuela (01.)
La Paradura del Niño, Mérida (01.-02.)
La Divina Pastora, Barquisimento (14.)
Internationales Fest des San Sebastián, San Cristobál in Táchira (20.)
Santa Lucía, Yaritagua und Cumaná (21.)
Nuestra Señora de la Paz, Trujillo (24.)

Februar
Tag der Schutzheiligen der Candelaria, La Parroquia, Cumarebo, Municipio Zamora (02.)
Nuestra Señora de la Corteza, Acarigua (11.)
Tag der Föderation, Pueblo Nuevo, Paraguaná, Coro (20.)
Die Tänzer der Candelaria, La Parroquia, Mérida (1. und 2. Woche)
El Calipso, El Callao (während des Karnevals)
Baile de la Hamaca (Tanz der Hängematte), Rancho Chico, Puerto Cabella, Pantanemo (Karnevalsdienstag)
Fest der Sonne, Mérida (während des Karnevals)
Karneval, ganz Venezuela (gesamter Monat)
Entierro de la Sardina (Das Begräbnis der Sardine), Vargas (Aschermittwoch)

März
Fest von Calabozo, Calabozo (04.-14.)
Fest des San José, Maracay (16.-25.)
Der Nazarener von San Pablo, Caracas (März bis April)
Internationales Fest des Theaters, Caracas (März bis April)

April
Ehre Unserer Schutzheiligen, der Jungfrau von Candelaria, Valle de la Pascua (02.)
San Francisco de Padua, San Francisco de Yare (02.)
Semana Santa (Osterwoche), ganz Venezuela (04.-08.)
Lebendige Leidenschaft in Santo Domingo y La Parroquia, Mérida (04.-08.)
Verkündigung der Unabhängigkeit, ganz Venezuela (19.)
Patronatsfest von San Felipe, San Felipe (29.)

Mai
Tag der Arbeit, ganz Venezuela (01.)
Patronatsfest von San Felipe, San Felipe (01.)
Internationales Festival “Voz del Alma Llanera”, San Fernando de Apure (03.-05.)
Tag der Jungfrau von Santa Rita, Santa Rita de Manapire (22.)
Totenwache des Maikreuzes, ganz Venezuela (gesamter Monat)
Diablos danzantes (Tänzerische Teufel), San Francisco de Yare, Patanemo, Chuao, Naiguatá (gesamter Monat)

Juni
Patronatsfest von San Antonio de Padua, Lara (13.)
Festival der afroamerikanischen Traditionen, Maracay (19.-23.)
Die Trommler von San Juan, Curiepe (24.)
Schlacht von Carabobo, ganz Venezuela (24.)
Parranda de San Pedro, Guarenas und Guatire (29.)

Juli
Tag der Unabhängigkeit, ganz Venezuela (05.)
Patronin Santa Ana von Morón, Juan José Mora (Morón) (26.)
Gründung der Stadt Caracas, Caracas (21.-29.)
Geburt von Simón Bolívar, ganz Venezuela (24.)
Tag der Seeschlacht, ganz Venezuela (24.)
Sonnenfest von Caicara, Caicara (letztes Wochenende im Juli)

August
Internationales Fest des Handwerks, Tintorero (August)
Fest des Trostes, Táriba (15.-21.)
Arte Bosque (Kunstwald), Posada de la Salamandra (18. Und 19.)
Fest von Orinoco, Ciudad Bolívar (letzte Woche des Monats)

September
Fest zu Ehren Unserer Señora von Coromoto, Naiguatá (05.-11.)
Erscheinung der Jungfrau von Coromoto, Guanare (08.)
Krönung der Jungfrau von Coromoto, Guanare (11.)
Patronatsfest Unserer Señora del Valle , Valle del Espíritu Santo und Isla Margarita (07.-11.)
Tanz der Turas, Mapararí (23. und 24.)

Oktober
San Francisco de Asís, Valle de Aragua (05.-07.)
Festlichkeiten zum Tag der Geister, Montaña de Sorte (12.)
Tag des indigenen Widerstands, ganz Venezuela (12.)
Tag der Rasse, ganz Venezuela (12.)

November
Nationales Königsfischen, Halbinsel Paraguaná (07. und 08.)
Fest der Chinita, Maracaibo (15.-22.)

Dezember
Tag der Santa Bárbara, ganz Venezuela (04.)
Fest der Jungfrau von Guadalupe, Santuario del Carrizal (12.)
Fest der Pastoren von San Joaquín, San Joaquín (24.)
Geburt des Sohnes Gottes, ganz Venezuela (24.)
La Paradura del Niño, Mérida (24.-31.)
Weihnachten, ganz Venezuela (25.)
Die Verrückten von la Vela, Vela de Coro (28.)
El Baile del Mono (Affentanz), Caicará de Maturín (28.)
Las Zaragozas, Sanare (28.)
Fest des heiligen schwarzen San Benito, Zulia, Trujillo und Mérida (29.)